Autor am (Jahres-)Ende

Gedicht zum Jahresende '25.

Dem Knallen heißer Himmelsfunken
den Rücken zugeneigt,
hab’ ich Minuten abgezweigt -
im Kopfe bin versunken.

Da rührt und schmatzt und gleitet viel,
was dieses Jahr gewesen.
Die Worte, die gelesen!
Die Schritte ohne Ziel.

Ich schrieb ein Mädchen, das aus Sturm
und seine Zeit verschwendet;
da ist ein grüner Großmajor,
den man im Fernsehn sendet;
ein Geist, der jetzt durch Deutschland zieht
und Unheil nur verheißt;
ein Panther, der sich selbst belügt
und mit den Zähnen reißt;
Ein Lichtwesen, so zärtlich, dass
ihr bloßer Blick dich tötet -
Am Ende aller Texte - Ich!,
der an den Worten lötet.

War das jetzt gut? War das genug?
Ich fürchte leider: kaum.
Was wäre das denn für ein Traum:
Nur Schreiben, Internetentzug.

Die Hoffnung jedoch stirbt zuletzt,
dass einmal ich die Worte fand,
dass einmal nur ich wortgewandt,
Egal, was Zeit noch auf mich hetzt,
die Zeit zum Schreiben lautet: Jetzt.


Natürlich könnt ihr euch auch nächstes Jahr, im gelobten Land ‘26, weiterhin auf neue geschriebene Worte von meiner Wenigkeit freuen! Ich gehe nirgendswohin, außer an die Tastatur. Da lebe ich schließlich, zwischen den Tasten, den Buchstaben, tief versunken, halb schon verschmolzen, in den Absätzen und Kommata, dem Kursivdruck und dem Ausrufezeichen.

Das Programm bleibt gleich: Es gibt kein Programm, kein eines Genre, keine eine Textgattung - nur den Kern, aus dem alles Weitere von alleine folgt: Authentizität. Kreativität. Inspiration.

Also: Wir sehen uns auf der anderen Seite!